Errichtung einer KZ-Gedenkstätte im Schloss Lichtenburg, Prettin

Das Renaissanceschloss Lichtenburg in Prettin geht auf Kurfürst August von Sachsen zurück und diente viele Jahrzehnte als Witwensitz und Frauenstift. Vom Beginn des 19.Jahrhunderts bis in die 1920er Jahre wurde die Anlage als Haftanstalt und Zuchthaus genutzt; die Schlossanlage wurde dabei mehrfach durch neue Gebäude ergänzt und erweitert. Im Frühjahr 1933 richtete das NS-Regime im umfangreichen Schlosskomplex eines der ersten Konzentrationslager ein. Neben politischen Häftlingen wurden Bibelforscher, Juden, Homosexuelle, Sinti und Roma inhaftiert. Das KZ bestand bis zum Jahr 1939.
Die Gedenkstätte besteht aus zwei Teilen: einem im Erdgeschoss des Schlosses vorhandenen, authentischen Zellentrakt und dem Besucherzentrum in einem ehemaligen Werkstattgebäude. Neben großzügigen Ausstellungsflächen stehen Räume für Schulung, Bibliothek, Sammlung und Mitarbeiter zur Verfügung.



Auftraggeber: Landesbetrieb Bau Sachsen-Anhalt, NL-Ost
Fertigstellung: 2011